Siemens verkauft Gigaset-Sparte SHC an Investor Arques AG
Von Wolfgang Leierseder
Die Siemens AG trennt sich komplett von ihrem angestammten TK-Geschäft und verkauft ihre Gigaset-Sparte an den Private Equity-Investor Arques AG. Dieser ist auch der Eigentümer des Distributors Actebis.
Mit dem Verkauf der ehemaligen Com-Sparte Siemens Home and Office Communications Devices (SHC) zieht die Münchener Siemens AG einen Schlussstrich unter ihr ureigenes Geschäft mit Telekommunikations-Techniken. Für den Käufer Arques Industries AG bedeutet das, dass er 80,2 Prozent der SHC-Anteile übernimmt und ab 1. Oktober eine Firma besitzt, die mit rund 2.100 Mitarbeitern in 17 Ländern präsent ist. Zur Übernahme erklärte Siemens, dass es Arques 50 Millionen Euro in bar mitauf den Weg geben werde sowie für alle Fälle weitere 20 Millionen Euro als Kreditlinie zur Verfügung stellen werde.
Seit ihrer Gründung im Oktober 2005 wurde die SHC zum Verkauf angeboten. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete sie zwei Drittel ihres Umsatzes in Höhe von 792 Millionen Euro mit den Schnurlostelefonen "Gigaset". Weitere Geschäftsbereiche sind die als eigene Gesellschaften geführten Abteilungen WiMax und Home Media. Im vergangenen Geschäftsjahr bilanzierte die SHC magere 13 Millionen Euro Gewinn (2006: minus 60 Millionen); im zweiten Geschäftsquartal 2008 schrieb sie rote Zahlen, deren Höhe Siemens nicht bezifferte, sondern so kommentierte: Die SHC sei "nahe der Gewinnschwelle".
Die Starnberger Arques AG, seit Anfang dieses Jahres in schwere Bedrängnis geraten, erklärte, sie habe für die nächsten drei Jahre vertraglich zugesichert, die SHC-Standorte in München mit 250 Mitarbeitern und Bocholt, wo rund 1.400 Mitarbeiter die Telefone produzieren, zu erhalten. Die Belegschaftsstärke von derzeit insgesamt 2.100 Personen garantiert der Finanzinvestor aber nur zu 80 Prozent und bis Mitte 2010, wie die IG Metall unterstrich.
Weiterhin erklärten die Starnberger, die SHC solle unter ihrer Führung ihre "Position als Marktführer im Premium-Preissegment ausbauen". Dazu soll die "Produktpalette auf margenstarkes Geschäft" konzentriert werden. Arques kann dazu in den nächsten zwei Jahren den Markennamen Siemens nutzen.
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