Drei Monate nach Kapitalerhöhung
09.04.2008 | 18:02 Uhr

Lintec AG stellt Insolvenzantrag

Am 17. Dezember 2007 erklärte die Lintec AG nach der jüngsten Kapitalerhöhung, "der Ausblick für die LINTEC Unternehmensgruppe für 2008" sei "positiv". Man plane für das Jahr 2008 einen "Konzernumsatz in Höhe von 69 Millionen Euro".


Am gestrigen Dienstag hat die in Taucha bei Leipzig ansässige AG das Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit beantragt.

Des Weiteren sei bei dem Amtsgericht Leipzig der Insolvenzantrag für die Gesellschaften Lintec Services GmbH, Lintec Solution GmbH, Lintec GmbH, Batavia Multimedia Verwaltungs GmbH sowie Fastfame Deutschland GmbH gestellt worden. Insgesamt sind rund 70 Mitarbeiter von der Insolvenz betroffen.

Nicht in die Insolvenz verwickelt seien die Anfang 2007 übernommene österreichische chiliGREEN Computer GmbH sowie der im Februar 2008 gekaufte Reparaturdienstleister HSC HomeElectronic Service Center.

Lintec erklärte dazu, man habe versucht, die Anteile an Chiligreen zu veräußern, doch habe sich kein Käufer gefunden. In jedem Fall soll der Geschäftsbetrieb des Computer-Händlers und der HSC GmbH "uneingeschränkt fortgesetzt werden". Das gelte auch für die Geschäfte der Lintec Services GmbH. Ziel sei es, "die profitablen Unternehmen der Lintec-Gruppe weiterzuführen".

Zur Begründung der Insolvenz erklärte Lintec, eine Verschiebung von Großaufträgen der Tochtergesellschaft Lintec Services habe "die Finanzierung dieser Gesellschaft und damit auch der Holding nicht mehr sichergestellt".

Update: Von Chiligreen war zu erfahren, es arbeite "mit Hochdruck an der Wiederherstellung der Logistik in Linz", so das Unternehmen. Zugleich bereite es Verhandlungen mit dem Konkursverwalter und Banken vor, um sich aus der Konkursmasse herauszukaufen. Der Chiligreen-Gründer Gerald Wirtl erklärte, "Sinn der Fusion hätte eigentlich sein sollen, chiliGREEN weiteres Wachstum zu ermöglichen. Nachdem die dazu notwendige Kapitalerhöhung nicht wie gewünscht und erst mit mehrmonatiger Verzögerung umgesetzt wurde, und auch andere für die Fusion maßgebliche Faktoren nicht wie erwartet und versprochen eingetreten sind, haben wir in den letzten Wochen versucht, chiliGREEN aus dem Konzern zu lösen. Leider hat der LINTEC-Vorstand im letzten Moment einen Rückzieher gemacht, obwohl wir ein attraktives Kaufangebot gelegt hatten."(wl)


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