Im Vorfeld der SYSTEMS
19.09.2008 | 14:57 Uhr

IT-Visionen 2020

Was wird die IT bis 2020 bewirken? Vier Experten wagen den Blick in die Glaskugel.
Was wird die IT bis 2020 bewirken? Vier Experten wagen den Blick in die Glaskugel.

Einen guten Monat vor Beginn de SYSTEMS hat die Messegesellschaft Experten vier großer IT-Unternehmen dazu aufgefordert, ihre IT-Visionen für das Jahr 2020 zu schildern. Ihre Vorhersagen gaben Repräsentanten von Microsoft, IBM, Siemens und Sun ab.


Donatus Schmid, Sun Microsystems:
Donatus Schmid, Sun Microsystems: "Java als Erfolgsmodell"

Für Suns Chefmarketier Donatus Schmid ist selbstredend Java das Erfolgsmodell als Plattform für Anwendungen auf Mobiltelefonen oder Kreditkarten. Seiner Meinung nach werden wir in zwölf Jahren von unseren mobilen Endgeräten aus auf prinzipiell alle zentral gespeicherten Informationen zugreifen können.

Thomas Wiemers, Siemens Enterprise Communications:
Thomas Wiemers, Siemens Enterprise Communications: "Mühe mit den Passwörtern"

Ähnlich denkt auch Thomas Wiemers aus dem strategischen Marketing von Siemens Enterprise Communications. Allerdings führt als Hindernis zu diesem Ziel die heutige "Mühen mit den verschiedenen Passwörtern" an. Wiemers propagiert den elektronischen Personalausweis als das Eintrittstor zum Unternehmensnetzwerk und zu Transaktionen im Internet.

Frank Sawatzke, IBM Software Group:
Frank Sawatzke, IBM Software Group: "Mitarbeiter wollen chatten"

Frank Sawatzke, Marketing- und Strategieleiter bei der IBM Software Group, bringt das "global integrierte Unternehmen" ins Spiel. 2020 werden die Geschäftsprozesse "intelligent" sein. Dazu braucht es aber seiner Ansicht nach eines Bewusstseinswandels in den Firmen. "Junge Leute wollen im Büro chatten!". Auf die Frage nach fehlenden Fachkräften in Deutschland angesprochen, verwies Sawatzke auf Indien: "Diese Mitarbeiter werden wir virtuell anbinden"

Ralph Haupter, Microsoft:
Ralph Haupter, Microsoft: "Ende des Büros"

Dem widersprach Microsofts Chefmarketier Ralph Haupter: "Wir brauchen diese Leute in Deutschland". Inder könne man sehr gut in der Entwicklungsabteilung beschäftigen, weniger bei der Kundenberatung. Für Wiemers von Siemens ist genau dies das Problem: "Es geht nicht um technische Spezifikationen, sondern darum, die Bedürfnisse des Kunden zu erfüllen und die IT in sein Unternehmen zu integrieren." Derartige Fähigkeiten vermittelt die Hochschule aber nicht. Auch für Schmid von Sun werden Fachkräfte hier zu Lande falsch ausgebildet: "Es fehlt etwa an kreativen Webentwicklern."

In einem waren sich alle vier Experten aber einig: 2020 wird das Büro als Arbeitsplatz seine heutige Bedeutung völlig verlieren. Die so genannten Information Worker würden in zwölf Jahren vornehmlich im Home Office oder eben von unterwegs arbeiten. Die dann zur Verfügung stehenden mobilen Endgeräte würden es möglich machen. (rw)


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