"Green IT? Nicht reden, sondern handeln!"
Fast alle Hersteller versuchen das Schlagwort für sich zu nutzen. Viele, indem sie ihre Produkte nur "grün streichen". Das birgt die Gefahr, dass das Thema zum reinen Marketing verkommt und nicht mehr ernst genommen wird. Experton-Chef Andreas Zilch macht seinem Ärger über den Hype Luft und gibt Anwendern konkrete Tipps, was sie jenseits aller Sprüche schon heute konkret tun können.
Green IT ist ein wichtiges Thema und wird heiß diskutiert. In einer aktuellen Befragung gaben 93 Prozent der Anwender an, den Stromverbrauch ihres Rechenzentrums nicht zu kennen, aber annähernd 40 Prozent wünschten sich dringend energieeffizientere Hardware.
Das Interesse ist also groß, das Know-how der Anwender aber ausbaufähig. Eine perfekte Gelegenheit für IT-Anbieter, das Thema Green IT mit aggressivem Marketing zu besetzen. Vergessen wird aber dabei, dass Green IT eine durchaus komplexe Angelegenheit ist und deshalb eigentlich verdient, nachhaltig angegangen zu werden.So läuft die Sache Gefahr, durch Versprechungen mit überzogenen Erwartungen belastet zu werden, die dann zu Enttäuschungen führen.
Um den Hype im Zaum zu halten, ist es wichtig, eine solide, konstruktive und nachhaltige Strategie für Green IT zu formulieren und umzusetzen. Dieser Hinweis geht insbesondere an Anbieter, die ihre Produkte lediglich "grün streichen", aber inhaltlich wenig mitzuteilen haben.
Was ist Hype – und was bleibt?
Die steigenden Energiekosten für die Stromversorgung und die Klimatisierung der Rechner ließen Green IT schnell zum Geschäftsthema aufsteigen. Dieser Trend wird sich fortsetzen, die Komponenten werden immer "dichter" und damit die Kennzahl "kW pro m2" im Rechenzentrum weiter nach oben getrieben. Zurzeit lassen sich die laufenden Kosten durch energieeffizientere Hardware und höhere Auslastungsraten der vorhandenen Kapazitäten (Virtualisierung) eindämmen. In diesem Zusammenhang ist individuell zu prüfen, inwiefern sich entsprechende Investitionen gegen den niedrigeren Energiebedarf und damit fallende Kosten rechnen. Bis wir uns hier dem Optimum genähert haben, werden allenfalls noch zwei bis drei Jahre ins Land gehen. Danach werden praktisch alle angebotenen Hardwarekomponenten, Server und Storage-Systeme energieeffizient sein und die meisten Anwender werden diese auch einsetzen.
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