Der CP-Querschläger
09.10.2008 | 16:58 Uhr

Quo vadis, IT-Jargon?

Kaum eine Branche schmückt sich mit solch einer Menge von Abkürzungen und Anglizismen wie die unsere. Was für Außenstehende nach Kauderwelsch klingt und selbst alte Hasen mit jeder neuen Ausgabe in Assoziationsschwierigkeiten bringt, scheint für die Verfasser diverser Pressetexte und Meldungen mit der Muttermilch eingesogen.


Früher war es eine Prämisse der schreibenden Zunft, komplexe Sachverhalte verständlich zu erläutern. Heute scheint das Gegenteil erwünscht, ein Wettbewerb der Kunstwörterhäufigkeit ausgebrochen zu sein. Dass SaaS weder mit der Gemeinde im Schweizer Wallis noch mit der Vogelgrippe zu tun hat, leuchtet beim Studium einer IT-Fachzeitschrift noch ein. Aber bei SOA wurde ich echt hereingelegt, wer kommt schon darauf, dass das eine deutsche Abkürzung ist?

Letztendlich verbringe ich beim Studium von Fachberichten mehr Zeit damit, in nicht vorhandenen Glossaren nach der Bedeutung von Abkürzungen zu googeln, anstatt mir die neuesten Ergüsse von Cisco und Co. begreiflich zu machen. Zum Beispiel, dass nach "Cross Site Scripting" nun CSRF, was Cross Site Request Forgery bedeutet, die IT-Welt unsicher macht. Kein Plan, was das heißen soll, hat aber anscheinend mit Netzwerksicherheit zu tun. Oder Penetration Tests - ja, das waren noch Zeiten, als wir jung waren - oder worum geht es da? Green IT hat noch immer keine kompostierbare Hauptplatine vorzuweisen, Proaktive Monitoring hat nichts mit Joghurtkulturen zu tun und Unified Communications ist nicht etwa auf den Einfluss der Bild-Zeitung zurückzuführen. Ernsthaft wäre doch eine kundenverständliche Sprache CCL (Customer Conformisted Language), wie sie in anderen Branchen gesprochen wird, ein Vorteil für alle Seiten. Auf jeden Fall jedoch verkaufsfördernd!

Mein Fazit: Liebe Produktmanager, redet doch im CoC (Case of Conversation) einfach nativ mit uns! LOL und LG!

Bis demnächst, Euer Querschläger!

Der ChannelPartner-Autor "Querschläger" ist ein Fachhändler aus Rheinland-Pfalz.



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