Expertenstreit
07.10.2008 | 16:54 Uhr

Thin Client-Wachstum durch Virtualisierung


Der Thin Client-Markt steht vor einem ungeahnten Boom. Marktforscher Gartner erklärte, während in diesem Jahr rund vier Millionen neue Thin Clients in Unternehmen eingesetzt werden dürften, sollen im Jahr 2012 rund 20 Millionen solcher festplattenlosen Desktop-Rechner ausgeliefert werden. Die Zuwachsrate von jährlich 45 Prozent begründet der Marktforscher mit zunehmend eingesetzten virtualisierten Desktops. Gartner will sogar eine Gefahr für Anbieter und Partner herkömmlicher PCs und Notebooks ausmachen können. "Viele Unternehmen und Behörden werden gehostete virtuelle Desktoips einsetzen", prognostiziert Gartner-Analyst Ranjit Atwal.


Die Konsequenz für PC-Anbieter und Partner: Der Druck auf sie erhöhe sich und sie müssten besser als bisher begründen, warum sie PCs verkaufen, deren Fähigkeiten am Arbeitsplatz oft ungenutzt bleiben. "Allein Server, das Netzwerk und Speicher sind die grundlegend für jede IT-Lösung", argumentiert Atwal. Alle anderen Bestandteile einer IT-Lösung könnten unter Aspekten wie Kosten, Administrierbarkeit betrachtet und variabel gestaltet werden.

Doch der Gartner-Analyst erfährt mit dieser Prognose deutliche Kritik. So erklärte VMware-Manager Lewis Gee, zwar sei der Client natürlich im Blick von Virtualisierungs-Anbietern, doch er bezweifelte, ob eine ähnlich rapide Entwicklung Rechtung Virtualisierung wie im Server-Umfeld wahrscheinlich wäre.

Die Virtualisierung von Clients sei komplexer aus der Sicht der Nutzer, lautet sein Argument. Während man bei einem Datencenter genau angeben könne, zu welchem Zweck und mit welchen Anforderungen es eingerichtet werden müsse, sorgten unterschiedliche Typen von Nutzer sowie die Verwendung unterschiedlicher Hardware - neben PCs und Notebooks mobile Geräte - für eine genaue Definition und Berechnung dessen , was sinnvoll virtualisiert werden kann.

Das meinte auch Chris Ingle, Analyst bei US-Marktforscher IDC. Er verwies unter anderem darauf, dass Partner von Hardware-Anbietern beziehungsweise der indirekte Kanal unterschiedliche Wissen aufbauen müssten, um auf die Kundenanforderungen adäquate Antworten geben zu könne.

Neben guten Kontakten zu Kunden führte er vor allem Kenntnisse deren Geschäftsprozesse auf, um entscheiden zu könne, ob sie die Client-Virtualisierung brauchten.

Fazit: Der indirekte Kanal kann mit Thin Clients Kunden gewinnen. Doch das Versprechen, damit automatisch bei Kunden eine modernere IT-Umgebung zu schaffen, muss genau abgewogen werden. , (wl)


Mehr zum Thema
  • Dells erste Partnerbilanz, Touch-PC von HP, Thin Clients sind klare Umweltsieger, unberechtigte Abmahnungen - wer zahlt? mehr
  • Thin Clients schlagen PCs auf ganzer Linie mehr
  • XenSource im Channel mehr
  • Weniger Ärger nach dem Verkauf: Thin Clients fallen seltener aus mehr
Blank
Mehr zu diesen Stichworten: Virtualisierung, Thin client, IDC, Gartner
Mehr aus der Rubrik: Alle News
Themennewsletter News bestellen
Blank
Meinungen schreiben
Benutzername:
Passwort:
 
Umfrage der Woche
Nachfolger der Münchner IT-Messe Systems wird 2009 die "discuss & discover - beyond bits and bytes". Was denken Sie?
Das ist der richtige Weg in die Zukunft einer IT-Messe.
Abwarten, aber einen Versuch ist jedenfalls wert.
Ein neuer Name allein wird nicht reichen, um große Firmen anzulocken.
Ein IT-Event in München ist für mich grundsätzlich uninteressant.
Wer hat sich denn diesen Namen überlegt?
Die beliebtesten Bildergalerien
Ingram Micro Retail Summer 2008 - Teil 2 Admin-Babes 2008 Die schönsten Messe-Babes der CES 2008 Aldi PC November 2008

 
Newsletter