Auf dem Weg zum Infrastruktur-Anbieter
26.08.2008 | 08:27 Uhr

FSC: Die zu späte Neupositionierung?

Hans-Dieter Wysuwa, FSC-Chef Deutschland, setzt auf eine
Hans-Dieter Wysuwa, FSC-Chef Deutschland, setzt auf eine "vernünftige Lösung" der Shareholder Fujitsu und Siemens.

Von Wolfgang Leierseder

Vielleicht hat Hans-Dieter Wysuwa, Geschäftsführer der Fujitsu Siemens Deutschland GmbH in München, vergangenen Monat einen persönlichen Gesprächsrekord aufgestellt. 250 Gespräche habe er innerhalb vier Wochen geführt - mit dem erklärten Ziel, Kunden in einem bekannt schwierigen Marktumfeld von der Zukunft des Joint Ventures FSC zu überzeugen.

Mit dieser steht es nicht besonders gut. Auch wenn Wysuwa sich im Gespräch mit ChannelPartner davon überzeugt gab, dass "die Shareholder von FSC" - Fujitsu, der größte japanische Computeranbieter, und der mit mehr als einem FSC-Problem beschäftigte Münchener Mischkonzern Siemens - "eine vernünftige Lösung aushandeln werden".

Doch diese Hoffnung kann nicht davon ablenken, dass FSC, der größte europäische Computeranbieter mit rund 10.500 Mitarbeitern, mindestens ein Problem hat, das er nicht selber lösen kann: FSC verdient seit Jahren zu wenig, zumindest nach Ansicht des neuen Siemens-Chefs Peter Löscher. Die Nettomarge des Joint Ventures ist in der Tat bescheiden; sie liegt bei unter einem Prozent. Damit ist man ein Streichkandidat bei dem Münchener Konzern. "Keine Frage, das Unternehmen muss besser werden (…) Alle Geschäfte müssen dem Konzern eine vernünftige Kapitalverzinsung bringen", sagte Löscher der "Süddeutschen Zeitung" am 9. Dezember 2007.


Nun könnte man einwenden, dass Siemens schon mehrere Streichkandidaten im Portfolio hatte - etwa die medizinische Abteilung, die sich vom Verlustbringer zur vorbildlich profitablen Abteilung mauserte. Insofern könnte man auch bei FSC auf den sich vielleicht einstellenden Erfolg als "Infrastrukturanbieter" setzen.

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