Mittelstand verstreut
09.08.2008 | 09:20 Uhr

Große IT-Firmen zieht es nach Süddeutschland

51 Prozent aller offenen Stellen in der IT-Branche in Deutschland entfallen derzeit auf Bayern und Baden-Württemberg
51 Prozent aller offenen Stellen in der IT-Branche in Deutschland entfallen derzeit auf Bayern und Baden-Württemberg

51 Prozent aller offenen Stellen in der IT-Branche in Deutschland entfallen derzeit auf Bayern und Baden-Württemberg. Das ist das Ergebnis der IT-Jobscout-Studie des Beratungs- und Softwarehauses PPI AG. Gerade einmal jedes 13. Jobangebot der 100 größten deutschen IT-Unternehmen finde sich hingegen in Norddeutschland. "Für Berufsanfänger ist die IT-Branche ein beliebter Arbeitgeber, doch muss man sich im Klaren sein, dass man für den Traumjob unter Umständen einige Kilometer weit weg ziehen muss", so das Forscherteam.


"Diese Tendenz war schon lange zu beobachten, doch die Konzentration im Süden hat in den zurückliegenden Jahren noch einmal zugenommen", so ein Arbeitsmarktexperte. Dies belegen auch die Zahlen der PPI. So sank zum Beispiel die Zahl der offenen Stellen im Norden und Osten der Republik gegenüber dem Vorjahr noch einmal um 36 Prozent. Im Gegensatz dazu verzeichneten IT-Firmen aus Baden-Württemberg im zurückliegenden Jahr ein Stellenplus von 40 Prozent. In der Metropolregion München arbeiten heute bereits neun Prozent aller Beschäftigten im Hightech-Sektor. Im Bundesdurchschnitt sind es nur 5,2 Prozent. Ebenfalls starke IT-Standorte sind darüber hinaus Karlsruhe sowie der Großraum Nürnberg/Erlangen.

Bei den Branchenführern kommen insgesamt neun von zehn Jobangeboten für IT-Einsteiger aus dem Süden und Westen der Republik. Zum wiederholten Mal führt dabei Bayern das Bundesländer-Ranking an. 29 Prozent der ausgeschriebenen Stellen entfallen auf den süddeutschen Freistaat. Auf dem zweiten und dritten Platz folgen Baden-Württemberg (22 Prozent) und Hessen (21 Prozent). Schlusslichter in punkto offener IT-Jobs sind die ostdeutschen Bundesländer sowie Bremen und Schleswig-Holstein.

Diese Einschätzung gelte jedoch nur für die großen IT-Unternehmen. Denn auch abseits der traditionellen IT-Standorte entstehen zahlreiche neue Jobs. Deutschlandweit sind Startups, kleine und mittelständische Firmen sowie unternehmensinterne IT-Abteilungen ebenso auf der Suche nach qualifizierten Fachkräften. So gibt es zum Beispiel in Hamburg aktuell rund 8.500 IT-Unternehmen mit 55.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von rund neun Milliarden Euro - Tendenz steigend. Allein im vergangenen Jahr sei die Zahl der IT-Firmen in der Hansestadt um rund sechs Prozent gestiegen. Die mittelständisch geprägte Hamburger IT-Wirtschaft suche dabei händeringend Nachwuchs. (pte/rw)


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