Muss Microsoft zittern?

Warum aber hat John Dvorak geschrieben, Microsoft müsse sich vor diesem Betriebssystem hüten?

Erstens: Wer Splashtop aufruft, erfährt, was Linux mühelos und elegant alles kann. Der Transfer dürfte für Nutzer nicht schwer fallen: Lasst uns Linux ausprobieren - das beispielsweise Asus bei seinem Subnotebook "EePC" einsetzt.

Zweitens: Die überwältigende Mehrheit der Nutzer - Dvorak spricht von ungefähr 90 Prozent - dürften mit den Fähigkeiten des Mini-OS zufrieden sein. Denn sie wollen surfen, E-Mails lesen und beantworten, ferner Bilder ansehen und Musik anhören. Windows bleibt in all diesen Fällen außen vor; es ist, als würde es nicht existieren.

Drittens: Da Windows bei dieser Art der Nutzung zu einer untergeordneten Software wird, die nur dann gestartet werden muss, wenn man schwergewichtige Programme , etwa Adobe Photoshop, einsetzen möchte, kann man schnell darauf kommen, sich für Anwendungen aus dem Internet, etwa Google Apps, zu entscheiden.


Mit anderen Worten: Eigentlich braucht man Windows nicht mehr. Diese Perspektive dürfte Microsoft nicht gefallen. Dvorak schreibt in diesem Zusammenhang, das sei für Microsoft "verheerend".

Hinzu kommt: Splashtop zeigt die Vorteile einer modularen, frei verfügbaren Software. Ein Programmierer kann das Betriebssystem auf eine Minimalvariante reduzieren, die in einem Flashspeicherchip arbeitet. Davon ist Microsoft weit entfernt - siehe Vista, siehe XP, siehe Windows Mobile. Wer aber einen abgekapselten, sicheren Kernel anbieten, der zudem sowenig stromfressende Ressourcen verbraucht wie Splashtop, ist bei Anbietern von Mobiltelefonen die erste Wahl. Das zeigt Googles Handy-Betriebssystem "Android", das zeigen die vielen Entwicklungen, die auf Linux beruhen, und das trifft auch für das iPhone zu, das von Apple´s Betriebssystem OS X angetrieben wird.

Microsoft aber, das mit Vista und seinen X-Millionen Zeilen Code vorführt, wie ein Software-Monolith arbeitet - langsam, gigantische Ressourcen und Strom verlangend -, hat derzeit und seit langem schon ein Problem. Windows kann nicht auseinander genommen werden, sondern bedarf aller Teile, um betriebsfähig zu sein. Kein Wunder, dass viele Experten der Meinung sind, Microsoft habe sich in eine technologische Sackgasse manövriert, aus der herauszufinden nur ein radikaler Bruch mit Windows ermöglicht.

Ob diesen der Softwareriese mit Windows, angekündigt für 2009, tut, steht dahin. Falls ja, wird er ein Betriebssystem anbieten, das alles kann, was Linux heute schon kann. Weshalb man sich auf Linux für den Massenmarkt heute schon einstellen kann.

Asus hat seine Montevina-Notebooks vor ein paar Tagen auf den hiesigen Markt gebracht. Laut dem Unternehmen werden auch elf Motherboards der Serie P5Q damit angeboten sowie insgesamt 16 Motherboards der Intel-Serien P5E, P5K sowie der AMD-Serien M3N und M3A. (wl)

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