Der CP-Querschläger
03.07.2008 | 17:52 Uhr

Hinter den sieben Bergen

Wer ohne DSL bei den Datenschnecken in der kommunikativen Resteverwertung mit schwimmt, ist zu bedauern. Die kleine Gemeinde Esthal in der Pfalz war so eine asterixinische Enklave, bis sie im April 2008 durch einen rosaroten Gnadenakt T-Coms an die Welt angeschlossen wurde.


An Internetsurfen oder Webshopping war nicht zu denken, Onlinespiele führten zu Weinkrämpfen und auf den Schulhöfen im Kreis waren die Esthaler Kinder ohne Anschluss an ICQ und Schüler-VZ die Ärmsten.

Schuld daran sind Höchstgeschwindigkeiten um 56 Kbit/s, die Ewigkeiten brauchen um einen Startbildschirm im Browser anzeigen zu können. Knappe fünf Minuten braucht man für das Öffnen des Quelle-Katalogs (bestellen sollte man unbedingt telefonisch) und Extremseiten mit Video, fremdem und eigenem Werbemüll meidet man besser.

Was im Privatbereich zu tröstendem Schulterklopfen animiert, ist für Gewerbetreibende eine Folter. Fast alle Branchen sind inzwischen auf Online angewiesen. Neben Pfarreien, Schulen und Kindergärten, die woanders bereits im Web vernetzt sind, kommen selbst kleine Handwerksbetriebe kaum noch ohne Internetzugang aus. Und der muss heutzutage zumindest passable Datenraten von 1.024 Kilobit pro Sekunde haben, damit der Metzger seine Prospektvorlagen aus dem Netz laden, der Elektriker seine Teileliste kalkulieren oder der Landarzt aktuelle Fachberichte nachlesen kann.

Doch auch für die anderen webfreien Zonen mit ähnlicher Problematik wie im Beispiel Esthal besteht Hoffnung. Zum Juni wurde auch endlich Satelliten-DSL bezahlbar billiger, so dass die Hoffnung besteht, ab 2009 wird wohl jeder einen schnellen und bezahlbaren Internetanschluss haben können, der es will. Selbst wenn er noch tiefer im Wald lebt!

Mein Fazit: Die weißen Flecken auf der DSL-Landkarte gilt es auszumerzen. Hier machen Subventionen Sinn!

Bis demnächst, Euer Querschläger!
(Der ChannelPartner-Autor "Querschläger" ist ein Fachhändler aus Rheinland-Pfalz.)


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