05.09.2007 | 18:08 Uhr

Der CP-Querschläger: E-Mail - traue niemandem!

Sie wollen wirklich nur das Eine – uns ärgern. Kaum war die Post privatisiert, wurde Werbung so billig, dass es die Briefkästen verstopfte. Die Inflation der so genannten Produktinformation in privaten Sendern erzeugte noch mehr Prospekte, Wurfzettel des örtlichen und regionalen Handels. Das Massenfax kam, die "Robinson-Liste" wurde erfunden und die kostenlose elektronische Post über das "freie" Internet verursacht den momentanen Höchststand gewerblichen oder kriminellen Dauerfeuers.


Dabei hat sich nicht das Niveau der Mails dem der potenziellen Nutzer angeglichen, sondern scheinbar umgekehrt. Zwar wird der wirtschaftliche Schaden beziffert aber, ist der geistige nicht noch um einiges höher? Wie bescheuert muss man sein, bei einer Mail mit dem Betreff "dnalnef", den angebotenen Link zu benutzen?

Andererseits, wie kann ich wissen, dass mein Spamfilter nicht gerade wichtige Post blockiert, so wie es einst Outlook mit meinen Anhängen tat? Das Schlimme daran ist doch, dass deshalb der Spam vorm Löschen doch noch einmal durchgesehen werden muss. So kenne ich bereits hundert verschiedene Schreibweisen von Pfizers Superpille. Das ist immerhin das Niveau von Neun live.

Die Auswirkungen dieser und der vorangegangenen Werbemethoden lassen sich dann im realen Leben 1.0 feststellen. Fortschreitende Legasthenie verbunden mit chronischem Anglizismus im postpubertären "Vice-Manager-Age", rationale Ausfälle in rudimentären Planungsphasen, Verlust angeborener Verhaltensmaßnahmen und ethischer Werte zugunsten virtueller Geilheit, und so weiter. Nein, nicht alle Manager sind so, aber ein paar schon, oder?

Mein Fazit:
Vielleicht wäre das Erfinden der E-Mail 2.0 die bessere Idee, anstatt ständig größere E-Müllberge mit immer mehr Aufwand zu bewältigen! Dank VoIP kommt jetzt sicher Phone-Spam in Mode – toll dieser Fortschritt!

Bis demnächst, Euer Querschläger!
(Der ChannelPartner-Autor "Querschläger" ist ein Fachhändler aus Rheinland-Pfalz.)


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