21.03.2005 | 00:00 Uhr

Web.de-Übernahme: United Internet zieht an T-Online vorbei

Die Übernahme des Web.de-Portals könnte United Internet zum größten Internet-Portal-Betreiber Deutschlands machen. Mit rund 16 bis 18 Millionen Nutzern pro Monat auf den Webseiten von GMX, 1&1 sowie Web.de zieht der Provider an der Telekom-Tochter T-Online vorbei, die auf rund 13 Millionen User kommt.


Der Deal mit Web.de soll bis September 2005 über die Bühne gehen. Er kostet United Internet rund 330 Millionen Euro, von denen 200 Millionen Euro in bar und 5,8 Millionen in Aktien bezahlt werden sollen.

Web.de verliert mit dem Verkauf praktisch sein gesamtes Geschäft. Im Jahr 2004 entfielen rund 42,3 Millionen Euro - oder 98,3 Prozent - des Gesamtumsatzes von 43 Millionen Euro auf die Portal-Services. Nun will sich Web.de auf die bislang unprofitable Sparte "Web-Telekommunikation" konzentrieren, die Services wie Voice over IP und Unified Messaging anbieten soll. Mit 700.000 Euro Umsatz und über 300 Millionen Euro Cash-Reserven sei Web.de einer der am besten finanzierten Start-ups in Europa, so das Marktforschungsinstitut Ovum.

Die Analysten sehen vor allem die Brüder Mattias und Michael Greve, Vorstände und Haupt-Aktionäre von Web.de, als Gewinner des Deals. Die beiden Greves sind laut Ovum jeweils zu 50 Prozent an der Firma Cinetic beteiligt, die wiederum 56,5 Prozent an Web.de hält. Bruder Felix Greve hält laut Ovum weitere 510.000 Web.de-Aktien.

Im Zuge der Übernahme wird Mattias Greve zu 1&1 wechseln, Michael Greve wird den verbleibenden Web.de-Bereich weiterführen. (haf)


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