21.02.2005 | 00:00 Uhr

Der ComputerPartner-Querschläger: kommerzielle Fastenzeit

Kein Fleisch, kein Alkohol und auch sonst wenig erbauliche Neuigkeiten gibt es zu berichten. Bei zehn Prozent weniger Umsatz in 2004 sollte sich unsereiner näher mit den Ein-Euro-Jobs des Industriegenossen Hartz beschäftigen.


Inzwischen gibt ja auch unsere unfehlbare und erzkonservative Rot-Grün-Regierung zu, dass es ein Problem mit Kleinstunternehmen auf Sozialhilfeniveau gibt. Da geht nichts mehr mit Gürtel enger schnallen, wenn die Mietkosten höher als der Ertrag sind. Am härtesten trifft es die ehemaligen Arbeitslosen, die damals von der Kohl-Gang in die "Schuldenfalle Selbständigkeit" gelockt wurden und die Ich-AGler von Schröders Konsorten im neuen Jahrtausend. Die können, nach einer Zeit des Ersparnisse Aufbrauchens, direkt vom freien Unternehmertum in die Putzkolonne der Arbeitsagentur wechseln.

Während in den Wirtschaftsteilen die Börse weiterhin jubel, wenn Menschen entlassen werden, die Exportindustrie ein Rekordjahr nach dem anderen feiert, bleibt die Binnenkonjunktur dort, wo die anderen hingehören - auf dem Boden der Tatsachen. Die heilige Kuh Globalisierung, das unantastbare, unabwendbar scheinende Schicksal des deutschen Handels, ist und bleibt weiterhin das Maß aller ökonomischen Dinge; obwohl chinesische VW-Käufer keine Mehrwertsteuer zahlen, zumindest nicht an uns.

Dass Ein-Euro-Jobs keine Lösung, sondern nur statistische Kosmetik bedeuten, ist offensichtlich. Aber vielleicht kann ich ja bald aus erster Hand berichten, was einem geschieht, der sein Laden-geschäft schließen muss und mit 45 auf Jobsuche ständig über- oder unterqualifiziert abgelehnt wird.

Gibt es schon solche Jobs für freie Journalisten? Oder mal für ein paar Monate als Geschäftsführer aushelfen, gibt es dann sogar Einsfuffzig die Stunde? Durchhalten - leicht gesagt, wenn kein Verbandsvertreter existiert, keine Lobby interveniert und geistig wie kommerziell Fastenzeit herrscht.

Mein Fazit: Wachstum schafft Arbeitsplätze - aber nur Binnenwachstum. Die Modelle aus den Sechzigern gelten schon längst nicht mehr!

Bis demnächst, Euer Querschläger!

Der ComputerPartner-Autor "Querschläger" ist ein Fachhändler aus Rheinland-Pfalz.


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