03.02.2005 | 00:00 Uhr

ComputerPartner-Test: iPod photo auf dem Prüfstand


Ein b pummelig ist er schon, Apples "iPod photo" mit 60 GB Festplatte. Der Dicke hat dafür einiges zu bieten. Bis zu 15.000 Songs oder 25.000 Fotos kann er laut Hersteller aufnehmen, als mobile Festplatte eingesetzt speichert er Dateien aller Art. Die Funktionsfülle hat ihren Preis. Mit 639 Euro ist der Kleine fast so teuer wie ein Einsteiger-Notebook.


Für den reinen Datentransfer lässt sich der iPod nach Erstinstallation als Wechseldatenträger mounten. Wer das Gerät als Musik- und Foto-Player einsetzen will, ist dagegen auf das Apple-eigene Verwaltungsprogramm "iTunes" angewiesen. Es ist als Mac-OS-X- und Windows-Version kostenlos auf der Website des Herstellers verfügbar, liegt aber auch jedem iPod auf CD bei. Nutzer von Apples "iPhoto" oder den Adobe-Programmen "Album 2.0" und "Photoshop Elements 3.0" können diese ebenfalls für die Bilderverwaltung verwenden.

Wie bei den anderen iPods auch muss sich der Nutzer des "Photo" bei der Initialisierung des Geräts auf Mac OS X oder Windows festlegen. Wer später seinen iPod auf das jeweils andere Betriebssystem umkonfiguriert, verliert alle Informationen, die sich auf dem iPod befinden.

Auf unserem Windows-2000-Testrechner gelang die Installation des Geräts erst, nachdem wir den aktuellen "iPod-Updater" von Apples Support-Website heruntergeladen und installiert hatten. Wie beim Setup von CD verlangt Apple für diesen Download Name und E-Mail-Adresse des Nutzers. Was Apple mit den persönlichen Daten anfängt, ist unklar. Es gibt zwar einen Link zu einer "Datenschutzseite", die über die Verwendung informieren soll. Dort präsentiert der Hersteller jedoch eher Marketing-Aussagen als echte Information. ärgerlich auch die "Opt-out"-Version für Werbe-Mails: Wer nicht regelmäßig Post von Apple bekommen will, darf nicht vergessen, das entsprechende Häkchen zu entfernen.

Nachdem sich der iPod erst einmal zur Kommunikation mit dem Windows-Rechner bewegen ließ, gestaltete sich das weitere Handling einfach. Sowohl iTunes als auch der iPod selbst sind weit gehend intuitiv bedienbar, zumindest was die Musikverwaltung angeht. Weniger gut ist dagegen die Bilderorganisation gelungen. In der Benutzeroberfläche von iTunes finden sich keinerlei Hinweise auf die Foto-Ordner. Diese verstecken sich im Menü "Einstellungen" unter dem Reiter "iPod" - keine sehr nutzerfreundliche Lösung.


Um die Fotos auf dem iPod darstellen zu können, werden sie von iTunes optimiert, konvertiert und auf den iPod transferiert. Auf unserem Testrechner benötigte dieser Vorgang bei 100 Fotos mit jeweils sechs Megapixeln Auflösung zirka zehn Minuten. Bei großen Fotosammlungen kann der Transfer also mehrere Stunden dauern. Will der Nutzer die Bilder außerdem in voller Auflösung transferieren, muss er das Gerät für die "Verwendung als Festplatte" aktivieren.


Das Display des iPod beeindruckt wenig, wenn man sich nur die technischen Daten betrachtet: Zwei Zoll Bilddiagonale, 212 x 176 Pixel Auflösung bei 65.000 Farben sind nur Mittelklasse. Angesichts dieser Daten ist die Darstellungsqualität überraschend gut. Nur sehr detailreiche Bilder überfordern das Mäusekino. Selbst die Archivvorschau mit 25 winzig kleinen Thumbnails ist brauchbar, zumindest Motivgruppen kann der Anwender leicht identifizieren, ein bestimmtes Bild per Thumbnail-Vorschau aus mehreren ähnlichen herauszufinden, ist aber kaum möglich.

über ein mitgeliefertes Kabel lässt sich der iPod direkt an einen Fernseher anschließen. So kann der Nutzer seine Bilder als Diaschau präsentieren. Voraussetzung ist allerdings, dass das TV-Gerät über einen Composite-Eingang verfügt. Am mitgelieferten iPod-Dock gibt es zusätzlich einen S-Video-Ausgang; das passende Kabel muss sich der Nutzer aber selbst besorgen. Die Bildqualität des TV-Bildes ist für die Präsentation von Urlaubsfotos ausreichend, Wunder an Schärfe und Detailreichtum darf man bei der niedrigen Auflösung eines PAL-Fernsehbildes allerdings nicht erwarten.

Riesige Festplatte, 2-Zoll-Farbbildschirm und Akkulaufzeiten von 15 Stunden machen den iPod eigentlich zum idealen Begleiter des Digitalfotografen. Dem Gerät fehlen jedoch entscheidende Funktionen, um es für diese Zielgruppe wirklich attraktiv zu machen. Weder Digitalkameras noch herkömmliche Speicherkarten-Leser lassen sich direkt am iPod anschließen. Es gibt zwar zwei Geräte von Belkin ("Digital Camera Link" und "Media Reader"), die Abhilfe schaffen. Beide sind jedoch teuer, so groß wie der iPod selbst, brauchen eine eigene Stromversorgung und nerven mit langsamen übertragungsraten. Die so gespeicherten Bilder müssen zur Weiterverarbeitung erst wieder auf einen PC oder Mac geladen werden. Sie lassen sich auf dem iPod weder direkt anzeigen, noch umbenennen, in andere Ordner verschieben oder löschen.

Der iPod Photo ist ein technisch beeindruckendes Gerät, das vor allem durch die Apple-typische einfache Bedienbarkeit und sein brillantes Display glänzt. Dennoch hinterlässt das Gerät einen zwiespältigen Eindruck. Als Musik-Player ist es überdimensioniert und viel zu teuer. Wer vor allem einen mobilen Datenspeicher sucht, erhält dieselbe Kapazität bei Freecom oder La Cie für ein Drittel des iPod-Preises, Digitalfotografen sind mit den Bilderbanken von Archos, Epson oder Jobo besser bedient. Bleibt also jene Schicht betuchter Käufer übrig, die es cool findet, statt zerknautschter Papierabzüge, einfach den iPod zu zücken, um die neuesten Bilder vom Junior präsentieren zu können. Für sie mag der Preis nur eine untergeordnete Rolle spielen. (haf)


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Apples "iPod photo" mit 60 GB Festplatte. Der Dicke hat dafür einiges zu bieten. Bis zu 15.000 Songs oder 25.000 Fotos kann er laut Hersteller aufnehmen, als mobile Festplatte eingesetzt speichert er Dateien aller Art. Die Funktionsfülle hat ihren Preis. Mit 639 Euro ist der Kleine fast so teuer wie ein Einsteiger-Notebook. " name="articleabstract"/>
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