24.07.2007 | 19:03 Uhr

Was Investor Arques mit Actebis vorhat - und was Actebis dazu meint

Arques: Das Wachstumspotential von Actebis (Quelle:Arques).
Arques: Das Wachstumspotential von Actebis (Quelle:Arques).

Von Beate Wöhe und Wolfgang Leierseder

Der weltgrößte Versandhändler, die Otto Gruppe, hat es endlich geschafft: Die Distributionstochter Actebis ist verkauft. Für 110 Millionen Euro geht sie in den Besitz der Starnberger Arques Industries AG über. Der Verkauf der vier Landesgesellschaften - Deutschland, Österreich, Frankreich und die Niederlande - muss zwar noch kartellrechtlich bewertet werden, doch das dürfte keine Schwierigkeiten bereiten.


Arques bezeichnet sich selbst als Turnaround-Spezialist. Zuletzt demonstrierte es bei dem maroden SMB-Distributor COS GmbH, einer Tochter der hauseigenen tiscon AG Infosystems, seine Restrukturierungsfähigkeiten.

Im Fall Actebis rechnet Arques nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Martin Vorderwülbecke damit, den Neuerwerb im kommenden Jahr an die Börse bringen zu können. "Es handelt sich um ein profitables Unternehmen, das deutliche Steigerungsmöglichkeiten hat", sagte der Manager in einer Telefonkonferenz.

Zwar sei die Profitmarge von zuletzt 1,3 Prozent nicht üppig, doch zeige sie, dass Actebis aus eigener Kraft wirtschaften könne.

Vorderwülbecke kündigte an, dass "einige Managementaufgaben, die Otto liegengelassen hat, angepackt" würden. Der bisherige Inhaber habe, da er Actebis seit Jahren habe verkaufen wollen, mögliche "Vorwärtsstrategien nicht unterstützt". So plane Arques für Actebis einige Käufe. "Einzelne Distributionskandidaten stehen schon fest", sagte er. "Wir haben konkrete Akquisitionschancen in Europa."

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