Siemens-Hauptversammlung: Auf Klaus Kleinfeld warten viele Fragen
Während Siemens-Chef Klaus Kleinfeld schon dabei ist, sich für seinen Auftritt auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vorzubereiten und dort Themen wie Verstädterung, Umweltschutz, demographische Entwicklung behandeln wird, befassen sich Aktionärsschützer mit den Münchner Problemen des Weltkonzerns: Benq Mobile, Schmiergelder, Gehalterhöhungen des Management. Und kommen zu dem Schluss, dem Vorstand des Konzerns die Entlastung zu verweigern.
"Nur wer einen guten Job macht, soll auch entlastet werden", erklärte der Vorsitzende des Vereins der Siemens-Belegschaftsaktionäre, Manfred Meiler, dem Tagesspiegel in einem Interview. Namentlich führen die Belegschaftsaktionäre neben Vorstandsmitglied Rudi Lamprecht, Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer, Finanzchef Joe Kaeser, Siemens-Aufsichtsrat und Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann Konzernchef Klaus Kleinfeld auf. Gegen die beiden Ex-Vorstände Heinz-Joachim Neubürger und Thomas Ganswindt ermitteln Staatsanwälte in der Schmiergeldaffäire; ihre Entlastung ist solange kein Thema.
Zwar wird die Verweigerung der Entlastung nichts nützen - sie hat weder juristisch noch konzernintern irgendwelche Konsequenzen -, aber Siemens droht ein sogenannter "Imageschaden".
Willi Bender, Sprecher der Schutzgemeinschaft deutscher Kapitalanleger (SdK), erinnerte daran, dass die "Siemens-Führung in den vielen Korruptionsfällen in der Vergangenheit nicht energisch genug war, nie wurden abschreckende Strafen ausgesprochen".
Auf der am Donnerstag anstehenden Hauptversammlung wird Kleinfeld viel zu klären haben - und viele Fragen offen lassen müssen.
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