Wie Virtualisierungsprojekte gelingen
Auch Systemhäuser sind sich einig, dass sich die Virtualisierung zu einem massiven Trend entwickelt, so wenig wissen die Unternehmen darüber, wie sie den Weg hin zu virtuellen Infrastrukturen gestalten sollen. Dies gilt besonders auch für den Einsatz dieser Technologien im Bereich der Applikationen.
"Virtualisierung ist nicht zwangsläufig die richtige Antwort auf jede Anforderung", gibt Robert Gerhards, Geschäftsführer des Beratungshauses Centracon, zu bedenken. So sei das Risiko oft sehr groß, sich unpassende Architekturmodellen zu widmen, die anschließend nur mit hohem Aufwand korrigiert werden können. "Gerade weil sich die Virtualisierung gegenwärtig zu einem Trendthema entwickelt, besteht die Gefahr vorschnell und unzureichend abgesichert, Entscheidung zu treffen", weiß Gerhards aus seiner Erfahrungen zu berichte. Er hat deshalb die erfolgskritischen Aspekte in einem 10-Punkte-Programm zusammengestellt:
1. Zu hohe Projektkomplexität vermeiden: Mit der Virtualisierung verändern sich Grundprinzipien der Infrastruktur und die Methoden beim Client-Management. Deshalb ist es vorteilhafter, im Kleinen zu beginnen. Dennoch muss eine Blaupause des Ganzen vorhanden sein, an dem sich einzelne Teilprojekte orientieren.
2. Quick-win-Projekte realisieren: Die Virtualisierung hat grundsätzlich das Potenzial, einen hohen und kurzfristigen Return on Investment (ROI) zu erreichen. Diesem Anspruch der schnellen Amortisation muss das erste Projekt unbedingt folgen, um der Geschäftführung gegenüber schnelle Erfolge vorweisen zu können. Die Erkenntnisse der Wirtschaftlichkeit können so die Dynamik der weiteren Virtualisierungsstrategien positiv beeinflussen.
3. Managementtransparenz schaffen: Die Entwicklung von Business Cases dient nicht nur zur Darstellung des wirtschaftlichen Nutzens, sondern auch, um den strategischen Potential aufzuzeigen. Eine rückwirkende Erfolgskontrolle empfiehlt sich ein bis zwei Jahren nach dem Start des Produktivbetriebs. Zudem sollten auch Alternativen aufgezeigt werden, um die Entscheidung transparent zu machen. Man muss Vertrauen beim Kunden schaffen.. Hierzu haben sich Methoden wie beispielsweise die IT-Nutzwert-Analyse bewährt.
4. Kompetenzcenter für Virtualisierung etablieren: Viele Unternehmen unterliegen dem Missverständnis, Server-Virtualisierung wäre nur etwas für die Server-Truppe und Client-Virtualisierung ein reines Desktop-Thema ist. Der Aufbau eines Kompetenzcenters mit Experten aller IT-Bereiche reduziert Projektwiderstände und schafft die Plattform für übergreifende Betrachtungen, denn Virtualisierung hat große Auswirkungen auf die gesamte Netzwerk- und Storage-Infrastruktur, aber auch auf die IT-Sicherheit.
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