Hohe Risikofreude gefährdet Unternehmenserfolg
Risikobereitschaft hat nicht nur Auswirkungen auf die Entscheidung für oder gegen die Selbstständigkeit, sondern auch auf die spätere Entwicklung des Unternehmens. Mittlere Risikobereitschaft bestimmt demnach bei Selbstständigen meist die Überlebensfähigkeit ihres neu gegründeten Unternehmens. Risikoaversion aber auch zu ausgeprägte Risikofreude führen dagegen eher zu Misserfolg und kurzer Lebensdauer der neuen Firma, wie das Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) in einer aktuellen Erhebung zeigt. Der langfristige Erfolg könne am ehesten durch Zurückhaltung hinsichtlich der eigenen Risikobereitschaft oder die Kombination aus riskanten und sicheren Projekten erzielt werden.
"Schon in einer vorangegangenen Studie hat sich gezeigt, dass jene Personen, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, im Vergleich zur Gesamtbevölkerung eher risikoliebend sind", sagt Marco Caliendo, Studienautor und IZA-Arbeitsmarktexperte. Unter den untersuchten Unternehmern waren wiederum 60 Prozent der mittleren Risikobereitschaft und jeweils 20 Prozent den anderen beiden Gruppen zuzuordnen. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 7,5 Prozent scheiterten Unternehmer mit mittlerer Risikobereitschaft im jeweils folgenden Jahr der Untersuchung. Deutlich höher (12,5 Prozent) lag die Wahrscheinlichkeit für das Ausscheiden aus der Selbstständigkeit dagegen bei geringer bzw. hoher Risikofreude. "Eine Erklärung weshalb risikoscheue Unternehmer scheitern ist für uns, dass zu niedrige Erträge erzielt werden, wenn man kein Risiko eingeht", so Caliendo. Für sehr risikoaverse Unternehmer würde deshalb eine Arbeit in abhängiger Beschäftigung oft zu einer Besserstellung führen. Wagt man sich dagegen mit einer riskanten Geschäftsidee in die Selbstständigkeit, führe dies meist auch zu hohen Erwartungen hinsichtlich des Ertrages, die jedoch nicht immer erfüllt werden können und damit ebenfalls Misserfolg einbringen.
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