30.08.2007 | 10:32 Uhr

Profi-Coaching lässt KMU eigene Defizite erkennen


Klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) profitieren nachhaltig von Informationen über ihre eigene Organisationsstruktur sowie den damit verbundenen Vor- und Nachteilen. Ein darauf aufbauendes Veränderungsmanagement kann innerbetriebliche Abläufe optimieren und die Effizienz steigern. Zu diesem Ergebnis kommt die Professur für Innovationsforschung und nachhaltiges Ressourcenmanagement der Technischen Universität Chemnitz in ihrem aktuellen Projekt "Nachhaltige Modernisierung und reflexive Intervention (NaMo)", in dem sechs Unternehmen professionell gecoacht wurden.


"Das Hauptproblem, das die meisten KMU haben, liegt darin, den Spagat zwischen dem laufenden Tagesgeschäft bei gleichzeitig stark begrenzten Ressourcen zu meistern und dabei trotzdem den steigenden Anforderungen des Marktes gerecht zu werden", erklärt Oliver Lilie, geschäftsführender Gesellschafter der NaMo zusätzlich betreuenden MA&T Organisationsentwicklung GmbH, im Gespräch mit pressetext. Der Experte betont, dass es in großen Unternehmen ganze Abteilungen gäbe, die sich um ein systematisches Management von Markt- und firmeninternen Veränderungen kümmern. In KMU allerdings sei so etwas allein aus Kostengründen kaum oder nur selten realisierbar.

Im Detail wurden in dem dreijährigen Projekt sechs ostdeutsche Produktionsunternehmen von Beratern und Wissenschaftlern zur Optimierung ihrer Produktions- und Kooperationsprozesse betreut. Im Rahmen der Analyse entwickelten die Fachleute spezifisch abgestimmte KMU-Strategien für ein betriebliches Veränderungsmanagement. "Vor allem KMU sollten darauf achten, dass sie sich verstärkt auf ihre Kernkompetenz konzentrieren. Zudem konnten unsere Hinweise den Unternehmen helfen, ihre einmal erzielten Verbesserungen auch dauerhaft beizubehalten", meint Lilie.

Die an NaMo beteiligte Schleifscheibenfabrik Rottluff konnte mithilfe der Experten die eigene Wettbewerbsfähigkeit erhöhen, indem ein Konzept zur Anlagenverfügbarkeit eingeführt wurde. Mit der daraus resultierenden Steigerung der Produktionskapazität konnte ein erhöhter Auftragseingang fristgerecht bearbeitet werden. Auch bei der WAREMA Sonnenschutztechnik GmbH http://www.warema.de legten die Ressourcenmanager und Innovationsplaner Hand an, verbesserten das Produktionskonzept, optimierten Arbeitsabläufe und verkürzten dadurch die Durchlaufzeiten um rund 30 Prozent.

"Während unserer Arbeit entwickelten wir für die Unternehmen unter anderem ein auf speziell auf KMU zugeschnittenes, sogenanntes modulares Beratungs- und Qualifizierungskonzept, das die Zusammenarbeit in den einzelnen Wertschöpfungsketten und Netzwerken erheblich optimiert", unterstreicht Lilie auf Nachfrage von pressetext. Der Experte fügt hinzu, dass die Entwicklung eines integrierten Ansatzes mögliche Nebenfolgen berücksichtigt. Die Abschlusskonferenz "In Wertschöpfungsketten kooperieren - integriert modernisieren", auf der die Ergebnisse der Projektpartner vorgestellt werden, findet am 21. September 2007 in Magdeburg statt. (pte)


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