Kauflaune auf niedrigstem Niveau seit fünf Jahren
Die Kauflaune in Deutschland befindet sich auf einem neuen Tiefpunkt. Wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mitteilt, bremst sich das Konsumklima im August mit prognostizierten 2,1 Punkten auf den niedrigsten Wert seit Juni 2003 ein. Der anhaltende Konjunkturpessimismus sei durch verstärkte Rezessionssorgen und Inflationsängste, die auf das erneute Aufflammen der Finanzmarktkrise zurückzuführen seien, sowie die Rekordwerte bei Energiepreisen bedingt. Darüber hinaus weisen sowohl die Einkommensaussichten als auch die Anschaffungsneigung rückläufige Werte auf. Dabei bleiben die Verbraucher trotz nur begrenzter Wege und Mittel der Unternehmen, um steigende Rohstoff- und Energiekosten zu verdauen, in vielen Bereichen noch von der Preiskeule verschont.
"Die Firmen haben aufgrund des starken internationalen Wettbewerbs kaum die Möglichkeit, die höheren Rohstoffpreise durch Anhebung der eigenen Verkaufspreise an die Kunden weiter zu geben", erklärt Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Metallarbeitgeberverbände Bayerischer Unternehmensverband Metall und Elektro (BayME) und Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie (VBM). So liege beispielsweise die Preissteigerungsrate von deutschen Metall- und Elektro-Produkten (M+E) derzeit bei deutlich unter einem Prozent. "Die Firmen zahlen den Rohstoffpreisanstieg zur Zeit weitgehend mit niedrigeren Gewinnmargen. Was die deutschen M+E-Produkte angeht, so werden die Endverbraucher vom Rohstoffpreisanstieg wenig merken", meint Brossardt.
Den enttäuschenden Konsumklima-Aussichten kann dies nach GfK-Informationen jedoch nichts entgegensetzen. "Die zuletzt explodierten Energiepreise sorgen dafür, dass die Budgets der Haushalte verstärkt zur Begleichung der Energierechnung eingesetzt werden müssen. Entsprechend fehlen diese Mittel an anderer Stelle und sorgen für die derzeitige Kaufzurückhaltung", heißt es von der GfK. So wurde die Konjunkturerwartung im Juli um 15,5 Punkte gedrückt und weist derzeit einen Stand von minus acht Zählern auf. Aufgrund der hohen Inflation sanken die Einkommenserwartungen der Arbeitnehmer um 12,8 auf minus 20 Punkte und die Anschaffungsneigung ging um 2,5 auf minus 26,2 Zähler zurück. Positive Impulse des Arbeitsmarktes und die Tariferhöhungen würden durch die Inflation zunichte gemacht. (pte)

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