Indigo beugt sich nicht der Telekom
Die wegen ihrer ViP-Software Sipgate abgemahnte Düsseldorfer Indigo Networks gibt dem Druck von Telekom-Tochter T-Mobile nicht nach. Sie werde die Unterlassungserklärung nicht abgeben, erklärte das Unternehmen. Wörtlich schreibt der Anwalt der Düsseldorfer: "In der Sache stehen Ihrer Mandantschaft die geltend gemachten Ansprüche unter keinem rechtlichen Gesichtspunkt zu. Ich kann meiner Mandantin daher nicht empfehlen, die von Ihnen verlangte Unterlassungserklärung abzugeben."
Die Telekom-Tochter hatte Indigo dazu aufgefordert, die VoIP-Sofware Sipgate aus dem Verkehr zu ziehen. Mit der angebotenen Beta-Version von Sipgate können auch VoIp-Telefonate mit dem Vorläufer des gerade in den Markt gebrachten 3G- Smartphone "iPhone" von Anbieter Apple geführt werden. Diese aber will T-Mobile, auch mit juristischen Mitteln ausschließen.
Dazu erklärte Indigo: Weder sei der Vorwurf der T-Mobile haltbar, der Hinweis auf die Beta-Version führe den Verbraucher in die Irre, noch der, nur durch eine, von der T-Mobile vertraglich untersagte technische Änderung an dem "iPhone" könne man Sipgate zum Laufen bringen. Um Sipgate zu installieren, bracht man das Software-Werkzeug "Installer". Dieses weit verbreitete Programm ist im Internet kostenlos erhältlich. Es greife technisch nicht in die Firmware des "iPhones" ein; zudem werde es von Indigo nicht angeboten. "Die Verwendung von "Installer" auf iPhones ist generell üblich, wie Ihre Mandantschaft durchaus weiß. Derartige Programme sind weltweit überall erhältlich und werden entsprechend auch weltweit erworben. Wie gesagt, hat meine Mandantschaft mit dem Vertrieb dieser "Installer" nicht das geringste zu tun", schreibt Indigo in seiner Erwiderung.
Man kann gespannt sein, wie T-Mobile reagieren wird. (wl)

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