02.11.2005 | 18:09 Uhr

Wie funktioniert eigentlich die SED-Technologie?

SED steht für Surface Conduction Emitter Display und bezeichnet eine neue Technologie für Flachbildschirme.


Obwohl SED-Fernseher wie normale Plasma-TVs aussehen, arbeiten sie nach einem anderen Prinzip. Im Plasma-Display wird durch Anlegen einer recht hohen Spannung eingeschlossenes Gas ionisiert. Das gibt nun UV-Strahlung ab und bringt einen fluoreszierenden Farbstoff zum Aufleuchten.

Die Arbeitsweise eines SE-Displays (SED) lässt sich eher mit der eines alten Röhrenfernsehers vergleichen. Im Röhrenfernseher wird ein Elektronenstrahl auf den Bildschirm "geschossen" und erzeugt dort beim Auftreffen einen Bildpunkt. Mittels einer komplizierten elektromagnetischen Ablenkung kann der Elektronenstrahl jeden einzelnen Bildpunkt auf der Mattscheibe erreichen. Nachteil: Die Geräte sind sehr tief.

Wie bei Plasma-Displays besitzt jeder Bildpunkt seine eigene Röhre und lässt sich einzeln ansteuern. Drei Mini-Röhren, für jede Farbe (Rot Grün und Blau), ergeben dann ein farbiges Pixel. (Quelle: Canon)
Wie bei Plasma-Displays besitzt jeder Bildpunkt seine eigene Röhre und lässt sich einzeln ansteuern. Drei Mini-Röhren, für jede Farbe (Rot Grün und Blau), ergeben dann ein farbiges Pixel. (Quelle: Canon)

Die SED-Technologie vereinigt in raffinierter Weise Bildröhrentechnik mit Plasma-Bildschirmen. Wie bei Plasma-Displays besitzt jeder Bildpunkt seine eigene Röhre und lässt sich einzeln ansteuern. Drei Mini-Röhren, für jede Farbe (Rot Grün und Blau), ergeben dann ein farbiges Pixel. Ein SED-Fernseher besteht aus Tausenden dieser Mini-Systeme, die dann das fertige Bild ergeben. Dieses System wurde von den Plasma-Displays übernommen.

Die Erzeugung des Elektronenstrahls in herkömmlichen Röhrengeräten erfolgt mittels eines Glühdrahtes (Kathode). Bei der SED-Technologie haben die Entwickler einen neuen Weg gefunden, einen Elektronenstrahl zu generieren. Die Elektronen treten jetzt aus winzigen Nanoschlitzen in der Kathode aus. Glühdrähte sind nun nicht mehr erforderlich. Man spricht deshalb auch von Kalt-Kathoden.

So neu ist die Technologie übrigens nicht: Die Forschung an Feldemissions-Displays geht bereits auf die 1980er-Jahre zurück. Neben Canon und Toshiba haben auch andere namhaften Konzerne wie Sony, Samsung, Motorola und NEC in die Forschung von Feldemissions-Displays investiert. Anfangs wurden zur Elektronenerzeugung mikrometerkleine Metallspitzen verwendet, die allerdings sehr teuer in der Produktion waren und nur eine geringe Lebensdauer hatten.

Der Blickwinkel liegt bei 180 Grad, die Kontrastrate reicht in dunklen Umgebungen bis zu 10.000:1, die Helligkeit bis zu 300 cd/qm. Die Performance bei beweglichen Bildern und die Farbwiedergabe sind vergleichbar mit denen eines qualitativ hochwertigen CRT-Fernsehers.

Weitere Vorteile von SEDs: Aufgrund der fluoreszierenden Phosphorschicht kommen sie, anders als LCDs, ohne Hintergrundbeleuchtung aus. SEDs überzeugen durch eine hohe Bildqualität, verbrauchen dabei jedoch nur ein Drittel der Energie von Plasmabildschirmen und circa 30 Prozent weniger Strom als LCDs.

Im Frühjahr 2006 sollen die ersten SED-TVs von Canon zu haben sein. (jh/cm)


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